HC020 3 Uhr nachts im OP: Was 20 Jahre Extremdruck über echte Gelassenheit lehren | Gast: Martin

Shownotes

Volle Inboxes, knappe Deadlines, hitzige Diskussionen – im Arbeitsalltag geraten wir schnell unter Druck. Doch wie behält man die Nerven, wenn es nicht um Zahlen oder Präsentationen geht, sondern um echte Verantwortung?

In dieser Episode gibt Martin, seit knapp 20 Jahren operationstechnischer Assistent (OTA) in der Orthopädie und Unfallchirurgie, einen ungeschminkten und geerdeten Einblick hinter die Kulissen des OP-Saals. Abseits von Hollywood-Klischees zeigt er, wie viel Handwerk, Teamplay und menschliche Empathie in seinem Job stecken – und was wir für unseren eigenen Alltag lernen können, um in Stresssituationen wieder klar zu sehen.

Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo, ich bin Martin.

00:00:02: Und arbeite jetzt seit knapp zwanzig Jahren als operationstechnischer Assistent im

00:00:07: OP.

00:00:07: Wie sieht denn da so dein Alltag aus?

00:00:09: Also meine Aufgaben bestehen darin die OPs vorzubereiten dafür zu sorgen dass alles an Materialien vorhanden ist das die Instrumente da sind die der Operateur oder die Operatörin das Team braucht zum operieren Das alles vollständig ist dass die Sachen steril sind dass die Implantate da sind dass man guckt ob sie vielleicht abgelaufen sind und kann man überhaupt noch implantieren.

00:00:29: Also ich arbeite seit sehr, sehr vielen Jahren in der Orthopädie und Verschirurgie.

00:00:32: Also alles was mit Knochenbrüchen und künstlichen Gelenken zu tun hat.

00:00:37: Genau!

00:00:37: Und dann ist meine Aufgabe natürlich während der OP am OP-Tisch entweder mitzustehen als sterile Saalassistenz wie das so schön auf schlaue Neudeutsch heißt und dem Operateur zur Assistieren und Instrumentieren oder ich bin das Gegenstück dazu die unsterile Saalesistenz.

00:00:54: Und wenn etwas braucht, reiche ich es an so dass das alles steril an den Tisch kommt.

00:01:02: Zum Beispiel die Implantate, neue Tupfer, neue Kompressen, Verbandsmaterialien und so weiter.

00:01:07: Das ist so grob mein Job!

00:01:10: Für viele sind wir immer nur die, die die Pinzetten anreichen oder den Tupfern und so auf Ansage – das ist natürlich nicht mein Job.

00:01:17: Ich kenne Anatomie, OP-Abläufe, Krankheitsbilder.

00:01:21: würde mir die ein unter andere OP auch selbst zutrauen weil ich sie tausendmal in meinem Leben gesehen habe Und da steckt ganz, ganz viel mehr dahinter.

00:01:30: Spannend!

00:01:31: Wie nah seid ihr da an Emergency Room dran?

00:01:34: Ist es so spannend wie man sich's vorstellt?

00:01:37: In ninety-neunzig Komma neun Prozent meiner Arbeitszeit sind wir Null Komma Null Null, Null Einz Prozent an Emergency room dran.

00:01:46: Weil das Routine OP ist drin oder?

00:01:48: Ja und also dass in der Uniklinik mag das auch anders sein aber die ist auch noch weit weg von Emergency room.

00:01:55: ich arbeite in einem relativ klein Haus mit fünf OP-Seelen.

00:01:59: Da ist viel routinierter Arbeit dabei und da kommt jetzt nicht alle fünf Minuten der Rettungswagen ran, wir haben keinen Hubschrauberlandeplatz, da kommen keiner mit acht Schusswunden im Körper die wir entfernen müssen oder retten den Patienten.

00:02:14: Also das ist meistens routiniert und natürlich kommt es mal zu einer Reanimation, zu einer Komplikation, zur einer Blutung und es kommt auch mal der Notfall rein, der wirklich akut lebensbedrohlich ist.

00:02:26: Aber meistens ist es wirklich ein routinierter Eingriff, den jeder von uns schon hunderte Mal gemacht hat und das läuft ganz entspannt ab.

00:02:34: Ich stelle mir das jetzt so vor also du gehst jetzt zur Arbeit hast dann die Schicht die beginnt.

00:02:38: Du weißt du bist irgendwie acht Stunden da.

00:02:40: Weißt du denn in welchen OP's du dann quasi heute dabei bist?

00:02:44: So eins zwei drei vier...

00:02:48: ich weiß an der Regel schon Tage vorher wo ich bin.

00:02:51: natürlich ändert sich dass durch OP-Planänderungen durch Personalausfall oder sonstiges.

00:02:57: Aber spätestens morgens weiß ich, wenn ich auf dem OP-Plan gucke.

00:03:01: Ich bin wirklich in Saal eins meistens oder zweit das sind bei uns die orthochirurgischen Seele.

00:03:08: und dann sehe ich heute ist eine Kniespiegelung dran, eine Handgelenksfraktur ne Sprunggelengsfragtur und noch irgendwie Hämatomausräumungen am Unterschenkel oder sowas.

00:03:18: Und dann seh' ich mit wem mich arbeite wer mein Partner oder meine Partnerin für den Tag ist welche Operateure da sind und dann wird der tag geplant.

00:03:27: Und dann ist das, ich sag mal jetzt einfach ein stumpfes Abarbeiten der OPs was zeitlich grob geplant werden kann.

00:03:34: Aber der Ablauf kann sich natürlich jederzeit ändern.

00:03:37: Das wollte ich gerade sagen.

00:03:38: also wenn ihr Komplikationen habt, dann ist ja wahrscheinlich auch so hoch schichtwert zu Ende.

00:03:44: aber das Bein ist noch offen.

00:03:46: da kann man wahrscheinlich immer genauso auf die Minute genau sagen wann es vorbei ist.

00:03:53: Ne genau!

00:03:55: kann bis zu einem gewissen Rahmen, kann das festgelegt werden.

00:03:58: Sonst wäre eine Planung ja auch völlig fremd am Platz und natürlich müssen wir auch im OP planen damit wir wissen wer kann wann wie operiert werden.

00:04:05: Patienten müssen ja auch einbestellt werden und vorbereitet bleiben nicht an uns weiter aber natürlich kommt es auch regelmäßig vor dass einfach länger dauert weil jeder Patient ist anders jede Anatomie ist anders der einer hat vielleicht einen hohen BMI der andere hatten dünn BMI sich das, ich sag mal, das Bein normal gebrochen und einfach.

00:04:24: Und der andere hat sich das komplett zerledert.

00:04:26: und dann ist es natürlich theoretisch der gleiche Eingriff.

00:04:29: aber die Voraussetzung für diesen Eingrifft sind ganz ganz unterschiedlich.

00:04:32: und dann operiert vielleicht auch der erfahrene Arzt, der da schon zwanzig Jahre lang macht oder es wird einem unerfahrenen Arzt assistiert, der das gerade zum ersten Mal macht und dann dauert auch die einfache Fraktur einfach eine halbe Stunde länger.

00:04:46: als wenn das jetzt der Profi machen würde Weiß ich zwar was kommt und die Planung ist grob da, aber das kann sich jederzeit von dem Zeitintervall ändern.

00:04:58: Weil du es jetzt gerade so gesagt hast der Profi oder der er jetzt quasi angefangen hat, habt ihr im OP-Saal auch richtige Hierarchien?

00:05:07: Also wer hätte jetzt quasi sagen, wer ist schon länger dabei?

00:05:10: merkt man das bei euch?

00:05:12: Also natürlich gibt es eine Hierarchie, die muss einfach auch bei uns da sein.

00:05:18: weil Also der Hauptoperateur trägt immer die Verantwortung.

00:05:24: Und der Narkosearzt trägt für sozusagen das Kopfende, dass der Patient was Narkoße angeht überlebt.

00:05:33: und wenn jetzt der Assistenzarz operiert, er darf zum Beispiel die ersten Jahre nicht alleine operieren.

00:05:38: erst wenn er Facharzt ist und bewiesen hat, dass er das Basisripportschwa beherrscht dann darf er alleine arbeiten.

00:05:45: aber ansonsten ist da immer ein Oberarzt oder einen Chefarzt, Chefärztin, OberärztInnen der, die das Kommando hat und der trägt die Verantwortung.

00:05:55: Und wenn er jetzt sagt ne, das geht jetzt hier Weg A dann gehen wir alle den Weg A. Wir können darüber diskutieren ob vielleicht Weg B eine Option wäre.

00:06:04: Das kommt auch regelmäßig vor.

00:06:06: Aber am Ende ist da einer der sagen muss okay wir gehen jetzt diesen Weg und ich trage die Verantwortung für das was danach passiert falls etwas passieren sollte.

00:06:13: also so gesehen gibt es schon eine Hierarchie.

00:06:15: Aber im Alltag jetzt, im Umgang ist das nicht so dass man sagt oh der große Oberarzt der Halbgott in Weiß erscheint oder die Chefärzten erscheinen alle leise sein den Hofklicks machen und es ist angerichtet wenn Madame den Raum betritt.

00:06:27: Also diese Zeiten sind Gott sei Dank vorbei und da könnte ich auch nicht drin arbeiten.

00:06:32: Du sagst dich die Zeiten sind vorbei du machst seit zwanzig Jahren heißt aber du hast schon mal so miterlebt?

00:06:37: Dass es noch so war oder

00:06:39: also das ist heutzutage in manchen Häusern leider immer noch so dass es Persönlichkeiten gibt die auch schon in dieses Klientee-Metier reingeboren worden, Sachen immer reingewachsen sind und kurz vor der Rente stehen oder sehr konservativ so was führen und sich noch so verhalten.

00:06:57: Und ich habe das aber auch noch gelernt und gesehen – also ich hab mit Oberärzten gearbeitet da hatten morgens manche schon den Schlüppern nass weil sie Angst hatten mit dem zu arbeiten, weil Sie wussten heute wird hier ein anderer Wind!

00:07:10: Das war denn sehr hierarchisch.

00:07:14: Ja Das klingt nach einem gesunden Arbeitsklima.

00:07:17: Ja, dass da Flossen regelmäßig drehen nicht meine zum Glück aber andere und das wäre absolut kein Arbeitskliber in dem ich mich persönlich wohlfühlen würde.

00:07:26: Und ich habe immer dafür gesorgt, dass ich entweder mit diesen Personen arbeiten musste wenn es wirklich gar nicht geht oder ich habe geguckt dass ich mich mit diese Menschen so verstehe Dass sie mich ist ja also auf jeden Fall so fliegt Aber mich menschlich menschliche und mit Würde behandeln.

00:07:44: Ich stelle mir das jetzt gerade so vor.

00:07:47: Du bist ja, wenn du im OP bist, siehst du die Menschen?

00:07:50: Wenn die noch wachsen, nee oder du kommst rein, wenn nicht schon schlafen, oder?

00:07:54: Das kommt auf den Eingriff drauf an.

00:07:55: es gibt OPs da musst du eine Feunerkosa haben wenn du zum Beispiel am Bauchraum oder in der Lunge operiert wirst oder sowas.

00:08:03: Da geht's nicht anders.

00:08:04: Aber ich verbringe halt, wie gesagt, viel Zeit in der Orthopädie-Unfallchirurgie und alles was sich jetzt die Hand bricht oder das Sprunggelenk bricht.

00:08:10: Oder an der Hüfte Das kann man mit einer sogenannten Regionalanästhesie auch operieren.

00:08:14: Das heißt nur die Extremität oder Alles unterhalb des Bauchnabels zum Beispiel wird betäubt.

00:08:19: Und dann sind die Patienten wach während der OP.

00:08:21: und also Ich habe schon sehr viel mit Patienten zu tun Die durchaus bei Bewusstsein sind und Bei der OP Anwesen sind verstehen Was wir sagen die sich auch äußern oder manchmal auch Während der OP mit uns quatschen

00:08:35: Okay, ja das auch.

00:08:36: Über was unterhält man sich so während dem OP?

00:08:41: Also wir unter uns unterhalten uns über alles Mögliche wenn die OP das hergibt.

00:08:46: Wenn man sich natürlich jetzt richtig doll konzentrieren muss weil es einfach anspruchsvoller ist dann natürlich nicht.

00:08:53: aber es gibt halt auch ganz viele OPs wie ich schon sagte die sind routiniert sie sind standardisiert die haben wir alle schon tausendmal gemacht.

00:08:58: da weiß jeder welcher Handgriff als nächstes kommt.

00:09:02: Da ist die OP an sich jetzt auch nicht so anspruchsvoll, dass man sagt, aus Versehen den nervdurchgeschnittenen Terschaden pechst.

00:09:07: Sondern da kann in der Regel nicht so viel passieren.

00:09:10: und da reden wir wie war dein Wochenende?

00:09:12: Was hast du gemacht?

00:09:12: was hast du am Wochenende vor?

00:09:15: Wie war deinen Urlaub?

00:09:16: hast du bald urlaub?

00:09:18: Hast du gehört in den Nachrichten war schon wieder das und das also über alles mögliche Und auch mit den Patienten manchmal.

00:09:24: es gibt Patienten die sind Es hat dann mal total schmerzbefreit und finden ihr problemes auch nicht So schlimm Mischen sich dann von Anfang an in Gespräche ein und mit denen kann man auch mal einen Schätzchen machen.

00:09:37: Dann sagt man ach hier, weiß ich jetzt auch nicht habe ich kein Beispiel für ihn.

00:09:40: aber da kann man ja auch mal bisschen schwarzen Humor oder Sarkasmus raushängen lassen und man weiß der spielt das Spiel mit und er nimmt einem das nicht böse.

00:09:46: also das gibt es auch.

00:09:48: natürlich quatscht man denn jetzt sage ich mal nicht neunzig Minuten mit den Patienten Aber zu Beginn wenn desinfiziert wird wenn abgedeckt wird werden vorbereitet wird.

00:09:58: Manche Patienten gucken zum Beispiel auch zu bei ihrer OP, wenn es mit einer Kamera ist.

00:10:01: Eine Kniespiegelung

00:10:02: z.B.,

00:10:03: wenn die Wachsern fragen, wie immer möchten sie mit zugucken oder nicht?

00:10:06: Und viele sagen ja klar möchte ich gerne sehen und dann erklärt der Operateur während der ganzen OP was man da so sieht, was er macht und wie die Größenverhältnisse sind usw.

00:10:14: Also das kommt alles vor.

00:10:17: Ja spätestens da würde ich von alleine in der Große fallen!

00:10:22: Wenn ich zugucken würde... wenn man selbst separiert wird.

00:10:29: Dann ist das für einen immer so ein Riesending, ja?

00:10:32: So oh mein Gott.

00:10:33: und dann ist die OP.

00:10:35: alle Angehörigen sind nervös.

00:10:37: Okay jetzt vielleicht nicht genau beim Knie aber bei allen anderen Sachen Ja und für euch ist es ja so kommt da rein.

00:10:43: so okay alles klar.

00:10:45: Jetzt haben wir heute ABCDE.

00:10:47: Oh!

00:10:47: Alles wie immer Das sind die Schritte Und die zwei Personen treffen jetzt aufeinander.

00:10:52: also ich glaube der ist eine hohe Empathie gefragt.

00:10:56: oder zu verstehen, wie sich der Patient auch gerade fühlt.

00:11:00: Ja definitiv das ist so.

00:11:02: und also gerade die Patienten, die ängstlicher sind selbst wenn sie eine regionale Anästhesie bekommen haben immer die Möglichkeit ein Schlafmittel sozusagen zu bekommen dass sie einfach schlafen.

00:11:14: aber die müssen jetzt nicht intubiert also beatmet werden sondern die schlaffen einfach dabei.

00:11:18: und dann sind die ausgenockt und kriegen nicht mit was wir reden die kriegen von der OP nix mit Und das aber für den Kreislauf für die Patienten deutlich entspannter, als wenn sie jetzt eine richtige volle Narkose bekommen würden.

00:11:30: Von dieser Möglichkeit machen auch viele Gebrauch gerade älter oder ängstlichere Patienten bei größeren und längeren Eingriffen.

00:11:36: Bei uns hörste ja ganz oft am Tag die Säge, die Bohrmaschine, den Hammer!

00:11:42: Das können auch nicht viele ab, wenn die Mitkringader zersägt gerade einen an meinen Knie- oder Hemmert an mir rum.

00:11:49: Also falls ich jemals bei euch operiert werden sollte leg mich einfach schlafen... Mit dem guten Stoff.

00:11:58: Ich will den harten Stoff, ja.

00:12:01: Einmal schöne Träume und dann wieder aufmachen ist alles vorbei.

00:12:05: Wobei also jetzt hier kurz persönliche Geschichte.

00:12:07: ich mache gerade noch nebenbei eine Ausbildung als Pferdefysio und ich bin ja nicht so mit Blut für Knochen und allen inneren Dingen und die ersten paar Tage da... Das ist immer am Wochenende.

00:12:23: Und die ersten paar Tage, da saß ich wirklich da so... Es wird schon besser, aber ich finde, wenn man überhaupt nichts damit zu tun hat, deshalb kann ich das nachvollziehen.

00:12:31: Wenn man da liegt

00:12:32: und jemand sagt, Entschuldigung, können wir jemanden Bohrer erreichen?

00:12:35: Und man weiß, dass es ums eigene Knie geht.

00:12:38: Kann schon mal irritierend wirken!

00:12:41: Ja, das ist es auch, ne?

00:12:43: Also gerade, wenn bei der Hüfte gehemmert wird ohne weiter ins Zelt zu gehen ... Aber da wird viel gehemmert um da Platz zu schaffen, im Hüftschraft und so weiter.

00:12:53: Also der wird richtig gehemmert, richtig doll Metall auf Metall und das hörst du auch über den OP-Flur ne?

00:12:58: Und wenn der Patient da lang gefahren wird und du hörst aus der Tür nebenan, dann wird grad gehemmert oder gesegt oder so, das ist glaube ich schon für den einen oder anderen Patienten ein komisches Gefühl vielleicht weil du auch jetzt ist aber du wirst Am Bauch überriert oder an der Leiste und wartet da neben dem gerade.

00:13:15: Das klingt wie im Baumarkt oder zu Hause, als mein Haus gebaut wurde.

00:13:21: So wissen die was sie machen?

00:13:25: In der Regel wissen

00:13:28: wir das!

00:13:29: Apropos in der Regel, wisst ihr das?

00:13:31: Ich kenne das ja dann.

00:13:33: Du hattest ja auch ein Podcast und da habe ich ja auch gehört dass du auch so ein bisschen darüber gesprochen hast.

00:13:37: es können ja auch mal Fehler passieren.

00:13:38: also okay Routine die meisten Sachen da weiß man was zu tun ist.

00:13:44: Also ich zitiere dich da mal ab und zu Es kann passieren dass eine zu lange Schraube zum Beispiel reinkommt und dann wird aber während der OP gerönt.

00:13:54: Und dann stellt man das fest, so da muss halt eine kleinere Schraube wieder rein.

00:13:59: Das ist quasi ein Fehler würde man den Patienten natürlich auch nie erzählen.

00:14:03: Genau!

00:14:04: Das sind jetzt Anführungsstrecken.

00:14:05: ja auch keine Fehler sondern wenn sich jemand was bericht, können wir nicht alles um diesen Knochen drumherum entfernen uns den Knochern perfekt angucken zusammenbauen und am Ende ist immer Muskelhaut und alles wieder drüber legen und sagen guck mal alles wieder schick sondern du siehst ja immer nur eine Seite und das ist, wenn du da so ein Rohr hast.

00:14:23: Und du sieest den vorderen Teil der kaputt ist und du bohrst dadurch und dann gibts Messleeren, es wird gemessen.

00:14:28: aber manchmal haut das halt nicht so hin und wir reden hier auch über eins zwei drei Millimeter zu lang und nicht um siebzehn Zentimeter und es ragt schon im gegenüberliegenden Bein raus.

00:14:39: Dafür gibt's zum Beispiel Röntgengeräte für so ne OP dass man dann, wenn man alles fertig hat, da rünscht und sieht aah zwei Millimeter zulang tauschen wir noch mal aus oder könnte auch ein Millimeter weiter nach rechts zeigen, bohre ich noch mal neu und dann kriege die in anderen verlaufen.

00:14:53: Das sind kleine Fehler.

00:14:55: aber das ist jetzt kein Fehler im Sinne von Behandlungsfehler oder oh ich kann den verklagen weil mir wurde geschadet sondern es ist einfach wie zu Hause.

00:15:04: man hat eine Schraube irgendwie mehr zu kurz hält.

00:15:07: nicht muss ich noch ne längere aus dem Baumarkt holen damit dass richtig hält oder ups war zu lang guckt auf der gegenseite bisschen raus könnte einen schaden verursachen.

00:15:14: in zukunft tausche ich ginge kürzer raus.

00:15:17: also das sind denn so Kleine Fehler, wenn man es nennen mag.

00:15:21: Aber nix dramatisches!

00:15:22: Ja... Also wenn man gar nichts damit zu tun hat, denkt man so bitte muss ich nie operiert werden, bitte kommen die ne falsche Schraube in mich rein.

00:15:29: aber ich verstehe aus deiner Perspektive ist ein kleiner Fehler.

00:15:33: Was sind noch so kleinere Fehler, die einfach so passieren können?

00:15:38: Man muss sich jetzt überlegen weil das sind glaube ich nicht so viele kleine Fehler die passieren können.

00:15:48: Das ist natürlich dass man Oder es gibt auch verschiedene Schraubentypen zum Beispiel.

00:15:53: Und manchmal passiert ist, dass wenn vielleicht im Schrank was falsch wegsortiert ist und keiner guckt jetzt so genau hin oder man guckt hin aber hat sich verguckt das man dann den falschen schrauben Typ bekommt.

00:16:05: Das ist dann aber auch nicht so schlimm.

00:16:06: Das kostet einfach fünf Minuten Arbeit oder drei Minuten mehr Arbeitszeit und vierzig Euro wirtschaftlicher Schaden.

00:16:12: Aber der Patient hat keinen Schaden genommen sondern da wurde kurz ausversehen, das Implantat was angereicht wird vertauscht mit links und rechts.

00:16:21: Wenn man es holt und man so einiges ist so einer holt das Implantat was vorher angesagt wird.

00:16:26: Man zeigt es denjenigen am Tisch seinen Partner im optimal verguckte Operateur auch noch mal drauf.

00:16:31: oder wenn der nicht mit drauf guckt weil er uns vertraut sagt mein Partner trotzdem bevor es anrechnet nochmal an Größe vier rechts normal oder sowas Standard.

00:16:40: Und dann ist das durch drei Schritte gelaufen sodass am Ende kein Fehler passieren sollte beim Einbauen.

00:16:46: Und manchmal wird einfach durch Stress, durch Unaufmerksamkeit oder wie auch immer so ein bisschen gepennt.

00:16:52: Oder es ist falsch wegsortiert und man ist in Eile und holt es einfach greifblind rein weil man weiß da liegt die Vier rechts und dann lag dabei aus versehen vier links.

00:16:59: Dann gehst du in den OP-Saal wieder rein und zeigst das deinem Kollegen und sagst ohne dass du auch drauf geguckt hast hier vier rechts und der guckt drauf und sagt das steht aber links.

00:17:07: Und dann guckst du und sag ach ja stimmt ist links gehst halt nochmal raus zum Schrank und musst das Richtige holen.

00:17:13: Es sind wieder eine Minute Zeitverschwendung, aber auch da.

00:17:15: Das ist ein Fehler der dem Patienten überhaupt nicht schadet und es passiert nicht ne?

00:17:21: Und mir ist das auch noch glaube ich noch nie passiert jetzt in zwanzig Jahren dass wir ein falsches Implantat eingebaut haben also was wirklich im Patienten gelandet ist und es ist niemandem aufgefallen bevor die OP nicht fertig war.

00:17:35: Also irgendeiner merkt immer irgendwie und wenn es nur das Bauchgefühl ist irgendwas stimmt hier gerade nicht Und das verhindert ganz, ganz viele schwerwiegende Fehler.

00:17:45: zum Glück.

00:17:47: Wollte ich gerade sagen, warst du auch mal bei schwerwiegenden Fehler dabei?

00:17:51: Wo man danach sagen musste... Gott

00:17:53: sei Dank noch nicht!

00:17:54: Ja.

00:17:54: Genau.

00:17:54: also ich persönlich, Gott sei dank, toi toi toi.

00:17:57: in meinem Leben noch nie aber Ich war schon eins zwei drei Mal anwesend.

00:18:07: Also an dem Tag habe ich gearbeitet wo Schwerwiegende fehler passiert sind Aber ich war nicht in dem Saal Und das ist dann wieder am Ende des Tages die Verantwortung des Operateurs und diese Fehler können einfach passieren.

00:18:18: Wir sind alles nur Menschen, das muss ich ganz klar so sagen.

00:18:21: Natürlich wünscht man das Keim aber es passiert einfach und dass dann Fehler, die in der Regel dann auch korrigiert werden können durch eine zweite OP, sodass das natürlich absolut indiskutabel und schlecht für den Patienten ist, aber auch da ihm kann geholfen werden?

00:18:40: Ja Oder ist es

00:18:42: ja noch kein großer Schaden entstanden durch das, was passiert ist?

00:18:47: Ja.

00:18:47: Bei allem, egal wen man da jetzt aufschneidet und in der Kurse liegt's geht ja irgendwie immer um Leben und Tod.

00:18:54: Ich finde so wenn quasi in der Wirtschaft bei allem was wir irgendwie so tun klar macht auch Fehler So und wenn ich ja zwölf Stunden arbeite mache ich wahrscheinlich häufig Fehler.

00:19:04: Aber am Ende außer dass vielleicht mal Geld kostet Es ist eigentlich nicht ein richtiges Thema Aber von Ärzten oder allen, die quasi im OP arbeiten, dann erwartet man immer, dass da zwölf Stunden pure Konzentration ohne jeglichen Fehler ganz normal sind.

00:19:20: Spürst du auch da denn irgendwie den Erwartungsdruck?

00:19:24: Ja also ich bin ja kein Arzt, ich arbeite ja im Pflegebereich.

00:19:28: Auch wenn mein Titel immer so klingt und nicht oft für einen Arzt gehalten werde – Ich bin ja keinen Arzt!

00:19:32: Die Ärzte haben schon viel Druck zumal es ja leider ein sehr wirtschaftlicher Bereich inzwischen geworden ist.

00:19:38: Und natürlich geht es da, um Zahlen und Erlös.

00:19:42: Um Wirtschaftlichkeit und um Perfektion irgendwie den Arbeitslauf noch schneller hinzubekommen oder mehr Patienten in der gleichen Zeit zu operieren weil man einfach weniger Geld auch von Jahr zu Jahr kriegt vom Krankenkassen.

00:19:55: Das ist ja ein hochkomplexes Thema wie diese ganze Vergütung abläuft und wer wen eigentlich bezahlen muss und müsste.

00:20:02: Natürlich haben die sehr viel Druck und ich sage dann immer so schön wir sind hier in keiner Wurstfabrik wo Wenn Fehler passiert, wenn ein Würstchen weniger in der Packung ist oder die Schweißnaht nicht so gut sitzt.

00:20:12: Sondern am Ende des Tages werden Menschen operiert.

00:20:14: und auch wenn du jetzt für eine rotinierte Standard-OP ins Krankenhaus kommst, ich sag mal, für ne Leistenherne hier oder für einen ... weiß ich auch nicht... Für irgendwas banales was nicht lebenswichtig ist also akut im Sinne von Du stüppst davon Dann möchtest du ja trotzdem dass du ordentlich behandelt wirst.

00:20:32: Und wenn du am Ende das Tages Es dir schlechter geht, weil eine Komplikation entstanden ist.

00:20:36: Die durch einen Fehler entstanden sind, der nicht hätte sein müssen.

00:20:38: Denn das ist natürlich super scheiße um das mal sozusagen und das sollte halt da nicht passieren.

00:20:44: und dann muss irgendwie ein Weg gefunden werden wie die Wirtschaft Und dass Gesundheitswesen ein Weg findet, dass man sagt okay Natürlich verschwenden wir kein Geld Wir müssen alle irgendwie gucken, dass es hier am Ende des Tages plus minus null rausgeht oder vielleicht auch mit einem Gewinn Dass man sich natürlich neu investieren kann und weiterentwickelt mit der modernen Einrichtung Oder Personal oder was auch immer.

00:21:07: Aber am Ende des Tages muss man gucken, dass der Mensch versorgt wird.

00:21:10: und dann ist wieder die Frage wie viel Geld es zu Menschenleben wert?

00:21:13: Ist das schlimm?

00:21:13: wenn eine kleine Komplikation entsteht kann man den Patienten vielleicht zumuten aber dafür sind wir schneller und haben mehr Gewinn.

00:21:21: Oder sagt man jede Kompliktion egal wie klein darf nicht passieren und egal wie der Gewinn ist.

00:21:27: wir gucken dass dieser Mensch ordentlich versorgt.

00:21:30: Es ist ein ganz schwieriger Grad und da bin ich auch super froh, dass ich nicht an diesen Stellen sitze um das zu entscheiden.

00:21:38: Ja, das wollte ich mich auch keine sagen.

00:21:39: also ich mein machst du sehr seit zwanzig Jahren das heißt Du hast ja auch schon quasi viele Ärzte wahrscheinlich in der Ausbildung gesehen Also quasi von Anfang an als Assistenzarzt irgendwie bis sie dann mal fertig waren Hast wir vielleicht ja schon bisschen was mitbekommen Konntest du bei denen auch irgendwie weiß ich nicht, ein bisschen beobachten wie der Druckstätig gewachsen ist.

00:21:59: Vielleicht fängt man mit so einer idealistischen Idee an Ich helfe Menschen und es dann so im System... So stell' ich mir das jetzt vor, dass hier eine wilde Unterstellung Und irgendwann stumpft mal auch so ein bisschen ab und denkt sich Ja, da mache ich halt noch fünf Knie eigentlich bei der weiß ich aber nicht ob's unbedingt nötig wäre.

00:22:16: Aber das nehmen wir auch noch mit.

00:22:19: Das war jetzt ne wilde unterstellung.

00:22:21: Ja Ich glaube ja bisso ein Fliegel die mir gerade auf den Sack geht.

00:22:27: Also das ist glaube ich eine Charaktersache und ich bin davon überzeugt, dass jeder der Medizin studiert zwar weiß, dass es hinterher hart wird beim Arbeiten aber jeder startet mit dem Gedanken.

00:22:38: Ich möchte Menschen helfen.

00:22:40: Davon bin ich überzeugt.

00:22:41: und dann fangen die ihr Studium an und dann lernen sie theoretisch und dann kommen die ja irgendwann in diese Praktika und ins praktische Jahr.

00:22:48: Und das glaube ich so der erste Moment wo die dann merken A Dieses romantische Ich helfe Menschen, das ist jetzt nicht mehr ganz mein Teil.

00:22:55: Sondern hier kommt jetzt das richtige Leben mit dazu und spätestens wenn sie ausgelernt haben oder fertig studiert sind und Ärzte sind dann müssen die fünf sechs Jahre in der Klinik arbeiten für ihren Facharzt unterschiedlich je nachdem welchem Bereich die haben wollen Oder welche Bereiche die arbeiten möchten.

00:23:13: Und dann geht glaube ich so das richtige leben Für die los wo die mengen ah okay also ich muss sehr sehr viel arbeiten für sehr wenig Freizeit.

00:23:21: Und diese romantische Vorstellung, ich kann jetzt jedem helfen ist auch nicht mehr gegeben.

00:23:25: Weil es jetzt einfach nur noch darum geht so vielen Menschen wie möglich am Tag irgendwie die Behandlung zukommt zu lassen, die ihnen zusteht, die sie erfüllen müssen oder wir auch immer.

00:23:34: und dann gibt's natürlich Charaktere, die sagen so hab' ich mir das nicht vorgestellt, die denn aufhören Art zu sein und sich was anderes suchen, die sich da durch diese fünf sechs Jahre durchquellen mit dem Gedanken Ich gehe danach in der Praxis weil dann kann ich mein eigenes Chef sein kann das selbst steuern, kann mehr für Patienten da sein und so weiter.

00:23:54: Und dann gibt es natürlich auch die, die einfach Arbeitstiere sind und Spaß daran haben denen das Privatleben egal ist, die denn halt rund um die Uhr in der Klinik sind.

00:24:03: also da gibt es ganz viele verschiedene Charaktere

00:24:07: Ja, also wenn man jetzt mal egal ob man jemanden begleitet oder selbstmal im Krankenhaus war dann weiß man ja dass Ärzte in der Regel so ungefähr zwei Minuten Zeit haben bevor sie wieder los müssen.

00:24:20: Und natürlich denkt man sich da ein oder andere Stelle sagen wir also Empathie ist jetzt nicht so dein Ding aber dann Wenn man auch mal so ein bisschen da ist und das mitbekommt dann denk ich mir okay.

00:24:30: Also der hatte jetzt eigentlich heute ich sage mal zwanzig geplante Termine.

00:24:34: So dazwischen musste er aber noch irgendwie

00:24:36: fünfmal

00:24:36: in den OP und hier noch, und da noch.

00:24:39: Also du weißt ja wahrscheinlich selbst nie wovon und hinten ist Und wie du schon sagst ich mein je länger du auch jetzt quasi immer in der Klinik bist ab und zu fährst du mal zum schlafen nach Hause.

00:24:49: Ich glaube das zu mehr ist man ja auch quasi im System und wundert sich schon gar nicht mehr über diese Situation.

00:24:54: Sondern man hat sich dran gewöhnt dass man eigentlich einfach ständig abarbeitet ohne wirklich lange auch über den Patienten nachdenken zu können.

00:25:05: Was könnte man noch machen?

00:25:06: Was wären Alternativen?

00:25:08: Muss es wirklich die OP sein, muss die Hundertjährige jetzt wirklich morgen nochmal operiert

00:25:14: werden?".

00:25:16: Ja das sind viele Fragen.

00:25:18: und auch da wieder ich habe Kollegen, also auch bei einer oberärztlicher Position die sagen, also im Sechzehn-Dreißig hier ist Feierabend danach ist Bereitschaftsdienst alles was nicht stirbt wird am nächsten Tag operiert.

00:25:31: Dann habe ich Kollegen, die sagen ach morgen ist kein Platz auf dem OP-Programm.

00:25:35: Das knüppeln wir jetzt noch die halbe Nacht hier durch.

00:25:39: Der eine ist in seiner Sprechstunde sehr ausführlich und dafür verzögert sich dann die Sprechtunden natürlich nach hinten raus oder er kann nicht so viele Patienten sehen.

00:25:46: der andere prügelt die in zwei Sekunden durch weil da alle fertig haben will bis zu zwölf.

00:25:51: das gibt es auch und auch da wieder.

00:25:52: das ist am Ende des Tages leider ein wirtschaftlicher Faktor.

00:25:57: Es müssen irgendwie alle Patienten gesehen werden, viele müssen operiert werden.

00:26:02: Dann ist die Frage, wann wären sie operiert?

00:26:04: Wo ist Zeit?

00:26:06: In der Endoproteidek hängt da natürlich auch immer ganz viel dran, die brauchen hinterher ein REA-Termin.

00:26:11: also muss das abgestimmt sein mit der REA.

00:26:13: was passiert wenn der OP Termin jetzt ausfällt weil vielleicht der Patient krank ist oder der Operateur krank isst Oder das OP Personal ist krank oder wie auch immer?

00:26:22: Dann fällt dieser Reha-Termin aus.

00:26:23: Wann kriegt er einen neuen Reha Termin?

00:26:25: Kann der dann eigentlich operiert werden, wenn der neue Reha Thermin verfügbar wäre oder sind da eigentlich schon genug andere auf dem OP-Plan?

00:26:30: also es ist ein hochkomplexes Gebiet was man glaube ich nicht so einfach beantworten kann was auch der richtige Weg ist.

00:26:40: dafür sind dazu viele Akteure mit zu vielen Baustellen bei die alle eigentlich Hand in Hand miteinander arbeiten müssten, aber auch von unterschiedlichen Menschen und Einrichtungen bezahlt werden finanziert werden unterschiedlich gefördert werden eine unterschiedliche Lobby haben.

00:26:56: Und da kommt ganz viel zusammen und das ist glaube ich sehr schwierig da irgendwie einen roten Faden für alle zu finden.

00:27:03: Kannst du das verstehen, dass insbesondere... Also ich meine jetzt Ärzte und Kliniken.

00:27:07: Sie haben ja alle immer ein extrem hohes Ansehen, ja?

00:27:10: Aber alles was Pflege oder auch UMP, da sprechen ja die wenigsten Menschen drüber.

00:27:15: Jetzt hat Studio quasi einen Podcast gestartet um diese Menschen sprechen zu lassen.

00:27:19: Warum glaubst du eigentlich, dass man dir mal so bisschen ausgrenzt wenn man von dem ganzen Gesundheitswesen spricht?

00:27:31: Ja ich glaube weil Pflege eigentlich in den Medien immer nur hört, wenn es schlecht ist.

00:27:39: Wenn's Fachkräftemangel ist, wenn schon wieder irgendwelche Grenzen verschoben werden sollen vom Personalschlüssel, wenn gestreikt wird für mehr Gehalt weil man zu wenig bekommt.

00:27:48: also ich finde das gibt in der Pflege wenig Positives was berichtet wird.

00:27:54: von Ärzten hört man vielmehr Positives einfach aufgrund ihrer Arbeit weiß ja nicht dass das erste Gehirn transplantiert von A nach B oder wieder einen unglaublichen Nervenschaden repariert, was unmöglich war oder Person XY konnte nach der Querschnittslehmung nach dieser OP wiedergehen.

00:28:15: Da gibt es glaube ich aufwändig super viele sind aber mehr positive Berührungspunkte.

00:28:20: und natürlich ist es dieses Ansehen von früher.

00:28:22: auch Pflege war früher auch anerkanter Aber der Arzt war natürlich immer der ganz Oberstand, der Halbgott in Weiß und sein Wort war gesetzt.

00:28:30: Und wenn er durchs Dorf lief hat er die Brötchen geschenkt bekommen weil er ja wieder ein Kind auf die Welt geholt hat am Tag davor oder in der Nacht oder sowas ne?

00:28:38: Das ist glaube ich das Problem und wir haben halt keine wirkliche Lobby die sich für uns einsetzt sondern wenn man uns hört hört man eigentlich immer nur gejammer.

00:28:48: und ich glaube dass liegt auch zum einen daran dass Menschen die in der Pflege arbeiten sehr soziale, stille Mäuschen sind.

00:28:57: Die anderen helfen wollen und dafür sich selbst hinten anstellen auf vielleicht die ein oder andere Gehaltsforderung verzichten nicht streiken gehen weil sie sagen dann kümmert sich keiner um die Patienten, die aus dem Freikommen wenn entweder Leute krank sind, weil es ja um die armen Patienten geht.

00:29:15: Und Ärzte sind oft glaube ich ohne das jetzt negativ zu meinen ehrgeizigen Karriere orientierte Menschen die sich einen Beruf aussuchen, in dem sie Menschen helfen können und wollen.

00:29:28: Aber halt dafür viel ehrgeiziger sein müssen auch die Ellbogen benutzen müssen um sich hoch zu arbeiten weil es wartet ja keine auf dem Arzt und sagt Gott sei Dank bist du da und hier ist alles und jetzt bist du hier der König sondern auch die müssen sich ja heutzutage beweisen etablieren und durchboxen Und in der Pflege bist du einfach froh über jeden, der kommt und nimmst den.

00:29:48: Der kommt dann mit dem Team klar oder auch nicht?

00:29:50: Wenn nicht, geht er halt.

00:29:51: Es ist aber nicht so schlimm weil der Rest schon irgendwie das kompensiert was die Fehlenden halt produzieren.

00:29:58: Deswegen ist es glaube ich so dass wir einfach in der Gesellschaft man nimmt uns für gegeben an Wir sind da!

00:30:06: Das läuft ja auch irgendwie.

00:30:07: als ich voll Knapp zwanzig Jahre angefangen haben, hat man mir schon gesagt das Gesundheitssystem wird kollabieren sei nicht so doof und lernen diesen Job weil es wird in zwei drei Jahren alles in die Brüche gehen.

00:30:16: Und du hast gedacht das mache ich trotzdem?

00:30:20: Das will ich Ja

00:30:20: ich ja mehr zu dem Zeitpunkt halt super viel Spaß gebracht und ich wusste jetzt auch nicht was ich anderes lernen sollte und abgesagt ja Es würde schon irgendwie weitergehen.

00:30:29: und jetzt zwanzich Jahre später geht's auch irgendwie weiter.

00:30:31: natürlich ist es schlechter geworden aber Ich weiß nicht, ob so viel schlechter geworden ist als vor zwanzig Jahren.

00:30:38: In meinem Beruf finde ich... ...nicht unbedingt!

00:30:43: Das mag auf Station anders sein, das mag in Altenheim anders sein,... ...das mag in anderen Bereichen anders sein.

00:30:49: Aber ich finde im OP bei mir persönlich in den Bereichen wo ich gearbeitet habe und in den Häusern ist es jetzt nicht so endzeitmäßig dramatisch schlechter gewonnen die letzten zwanziger Jahre.

00:31:00: Aber jetzt kennst du ja natürlich auch durch Gespräche viele Stories von anderen, die was erzählen.

00:31:06: Was würdest du sagen?

00:31:07: Was ist der Hauptgrund warum eigentlich immer weniger Leute in die Pflege wollen?

00:31:13: Ich habe ganz viel mit Krankenschwestern geredet, die auf Station arbeiten und sie sind noch mehr betroffen von diesem Personalmangel von der Wertschätzung, die nicht gegeben wird.

00:31:26: Und ich sage mal wenn eine Station voll ist mit zum Beispiel Und von vier Leuten im Frühdienst melden sich zwei krank.

00:31:34: Liegen am Ende des Tages immer noch twenty-fünf Leute auf dieser Station, die natürlich an dem Tag versorgt werden müssen von diesen zwei Leuten.

00:31:42: Wenn bei uns sich morgens vier Leute krank melden dann muss einfach im schlimmsten Fall ein OP Saal geschlossen werden weil keiner da ist der sich dahin stellt und arbeitet.

00:31:53: Das ist natürlich ein immenser wirtschaftlicher Schaden und Patienten müssen verschoben werden.

00:31:57: wie gesagt das mit der Reha und so haben wir alles schon besprochen diese Rattenschwanz der dran hängt Aber an dem Tag sind da jetzt halt nicht die Patienten und liegen im OP-Saal.

00:32:05: Und keiner kümmert sich um die oder sie werden irgendwie halbherzig operiert, sondern das fällt denn einfach aus!

00:32:11: Auf Stationen liegen twenty-fünf Menschen und müssen von diesen zwei versorgt werden.

00:32:14: Das ist natürlich für die zwei, die da sind eine enorme Belastung.

00:32:18: Wenn es regelmäßig auftritt kann ich mir vorstellen dass das die Leute halt extrem fertig macht und dann in Kombination mit vielleicht einem Gehalt was diese Leute nicht für angemessen halten Und weil sie vielleicht auch von den Vorgesetzten keine Wertschätzung erfahren.

00:32:32: Das alles in Summe sind natürlich so viele Punkte, dass ich verstehen kann, dass die Leute sagen bis hierhin und nicht weiter... ...und wenn sich das nicht ändert dann gehe ich halt woanders hin.

00:32:40: Dann muss ich für die nächsten dreißigvierzig Jahre mir was anderes suchen, so schön dieser Job eigentlich ist.

00:32:47: Klappst du es da auch in den Generationen?

00:32:49: Was geändert hat hier Password Genset?

00:32:51: Ich kann's ja selbst nicht mehr hören aber man kann ja trotzdem jetzt mal kurz drüber nachdenken.

00:32:56: Die Leute die jetzt irgendwie zu letzt angefangen haben mit der Ausbildung, ob die eine andere Einstellung haben als früher?

00:33:06: Also ja, haben sie definitiv.

00:33:08: Ich glaube das ist so ein bisschen aber auch der Entwicklung im Krankenhaus geschuldet was das Arbeitspensum angeht.

00:33:14: Aber als ich zum Beispiel vor knapp zwanzig Jahren angefangen habe gab es eine ältere Kollege, die Teilzeit gearbeitet hat und alle anderen haben selbstverständlich Vollzeit geararbeitet hieß damals in der Klinik, in der ich gearbeitet hab mit Bereitschaftsdiensten und so weiter.

00:33:29: Vollzeit waren in der Stunde er in der Woche sechzig bis achtzig Stunden in der klinik verbracht.

00:33:33: das war vollzeit und Das hat jeder selbstverständlich mitgemacht Vollzeit da zu arbeiten.

00:33:40: heute Arbeitet ein großteil der Belegschaft egal ob zwanzig fünfundzwanzig oder fünfundsechzig Teilzeit Und dass ist selbstverständlicher geworden einfach weil die arbeitsbelastung so hoch ist um die leute sagen Das kann ich gar nicht mehr schaffen.

00:33:56: Wie soll ich das schaffen?

00:33:57: Und es recht, wie soll ich dass die nächsten vierzig Jahre schaffen?

00:34:01: und Natürlich gibt's auch heutzutage viele Die einen sehr hohen Anspruch haben.

00:34:06: sie sind dann ausgelernt und sagen so ab jetzt arbeite ich nur noch fünfundzwanzig Stunden in die Woche.

00:34:11: Ich würde aber gerne mein volles gehaltbar haben und wenn ich dreimal am stück ein richtig scheiß dienst hatte Bin ich erst mal eine woche krank weil ich muss mich erholen sonst komme ich im burn out.

00:34:19: Also das finde ich denn auch ein bisschen übertrieben Wo ich mir denke.

00:34:22: okay also würde ich mir nicht erlauben, egal ob früher oder heute.

00:34:26: Da würde ich gucken, dass ich persönlich an mir arbeite und vielleicht den Arbeitgeberwechsel ohne Bereitschaftsdienste oder mit einem anderen Schichtmodell.

00:34:34: auch da wieder glaube ich das ist ein Mix aus Entwicklung der Wirtschaft und Entwicklung der Gesellschaft.

00:34:42: Wenn du jetzt einen Wunsch frei hättest ja so völlig unabhängig von irgendwelchen politischen Themen, Budget-Themen

00:34:48: usw.,

00:34:48: was würdest du dir wünschen für das Gesundheitssystem?

00:34:52: Das habe ich meine Gäste auch immer gefragt und die wussten oft keine Antwort.

00:34:56: Ich hab da auch drüber nachgedacht, ich hab die Frage ja vorab schon gesehen.

00:35:00: Und wenn ich jetzt wirklich nur einen Wunsch frei hätte und alles andere würde so bleiben wie es ist weil es sich nicht ändert dann würde ich mir glaube ich wünschen Dass wir die bezahlung bekommen die uns zusteht Die alles berücksichtigt dass wir nachts arbeiten das wir ein kaputten Biorithmus haben von jetzt auf gleich nachts hoch springen müssen und während wir noch im Tiefschlaf waren, müssen wir zwei Minuten später im Kreis stehen und Leben retten weil es um Leben und Tod von Mutter und Kind geht.

00:35:34: Dass wir das vielleicht über dreißigvierzig Jahre machen und dass wir das auch nicht bis zur Rente können, dass all diese Faktoren in unsere Bezahlung mit einfließt und dass wie das von Anfang an so vergütet bekommen.

00:35:47: Faire Vergütung, ich finde das immer eine schwierige Frage.

00:35:50: Also wenn du es jetzt mit der Wirtschaft begleist, dann ist es ja eh... also da würde sich ja fragen, warum würdest du überhaupt in der Pflege arbeiten?

00:35:58: Ja, also eine Zahl ist ja jetzt natürlich schwer zu nennen weil mein Dienstmodell kann im Krankenhaus nebenan schon ganz anders aussehen und auf Pflege gibt es vielleicht keinen Bereitschaftsdienst, also auf Stationen in der pflege gibt's kein Bereitschaftdienst sondern sie haben ein Schichtdienst weil die immer anwesend sein müssten.

00:36:14: aber um jetzt vielleicht mal prozent zu reden Jetzt ist auch wieder die Frage, wenn man sagt, der Biorithmus ist von Anfang an für die nächsten vierzig Jahre kaputt.

00:36:24: Wie wiegst du das in Geld auf?

00:36:27: Welche Folgekrankheiten ergeben sich vielleicht da draus psychisch oder körperlich?

00:36:31: Was ist das wert?

00:36:32: Aber ich würde sagen einfach um jetzt mal eine Zahl im Raum zu schmeißen, dreißig bis vierzig Prozent mehr vor meinem Gehalt würde ich durchaus angemessen finden.

00:36:44: Ja, das ist ja ein valider Wunsch!

00:36:49: oben fünfstelligen knapp sechsstelligen gehalten im monat.

00:36:53: Entschuldigung, nicht im Monat das nehme ich aber auch.

00:36:55: Im Monat ist es auch gut.

00:36:57: Nehmen wir auch alles ne?

00:36:58: Ja also wie gesagt... Also ich finde ja wirklich nochmal wenn ich jetzt egal irgendwie klar wichtige Projekte und irgendwelche Firmen aufbauen usw.. Wenn ich jetzt einen Fehler mache Dann ist es ja wirklich so, ich denke dann einfach Ja das kostet im schlimmsten Fall einfach Geld.

00:37:16: That's it!

00:37:17: Ich tue niemandem weh.

00:37:18: Das sage ich auch immer all meinen Teams wenn die gestresst sind und machen sich wieder einen Kopf oder schlagen sie gerne die Köpfe ein weil jetzt sehr nicht geliefert hat.

00:37:26: Dann sag ich sorry, operieren wir am offenen Herzen?

00:37:30: Ne gut, dann ist nicht so schlimm.

00:37:32: und ich sehe es wirklich so und ich glaube halt wirklich auch daran dass man nicht für zehn Stunden operieren sollte sondern dass er...das würde auch kein Pilot machen Und da geht's auch drum.

00:37:43: Ich bring die Leute... Ja, also jetzt unabhängig vom Gehalt.

00:37:48: Das stimmt!

00:37:49: Ja das ist, Gesundheitswesen wurde das von Politik und anderen Verantwortlichen halt so hin gemauschelt dass es möglich ist, dass du mit sehr schlechter Bezahlung sehr viele Stunden am Stück arbeiten kannst und zwischendurch wenig Freizeitausgleich brauchst.

00:38:08: und das ist alles legitim.

00:38:09: Der Lkw-Fahrer der Pilot usw.. Da würden alle sagen, also ich fliege ab heute nicht mehr oder den Lkw-Fahrer will ich auch nicht auf der Autobahn begegnen.

00:38:20: Das ist alles irgendwie über die Jahre Jahrzehnte so entstanden und darf in meinen Augen auch nicht so weitergehen wird aber vermutlich noch sehr lange so weiter gehen.

00:38:31: wenn man auch ganz klar sagen muss Wenn du es von jetzt auf gleich ändern würdest Wo soll das Geld dafür herkommen?

00:38:38: Und auch, wo kommt das Personal dafür her?

00:38:40: Was du brauchst wenn jetzt auf einmal jeder viel mehr Ruhezeiten bekommt.

00:38:43: Nicht mehr so viel arbeiten darf und alle extrem darauf achten dass alles eingehalten wird dann brauchst du auf einmal ganz viel mehr Personal!

00:38:50: Und wo soll das herkommen?

00:38:53: Wenn du jetzt quasi ein bisschen Werbung machen wolltest für deinen Beruf da was ist so?

00:38:57: die positiven Aspekte?

00:39:00: also ich weiß ja du hast sehr viele positive.

00:39:02: ich glaube die meisten deiner aspekte sind positiv aber wo würdest du jetzt begeistert davon sprechen?

00:39:08: genau also ich mache abhängig von allen Bedingungen, die oft nicht gut sind, mache ich meinen Job sehr gerne.

00:39:13: Sonst würde ich auch sagen, ich mache ihn nicht mehr!

00:39:16: Ich habe mir meinen Job damals ausgesucht weil ich wollte nicht den ganzen Tag auf einem Stuhl sitzen und auf ein Bildschirm starren.

00:39:22: Und auch wenn dieser Job, den ich jetzt habe, oft Routine ist, ist er doch sehr abwechslungsreich, weil es sich jederzeit ändern kann.

00:39:30: Auch die hundertste Hüft-OP ist immer für Überraschung gut und kann sich irgendwie ändern.

00:39:36: von jetzt auf gleich oder der Alltag ändert sich mit einem Notfall dazwischen und man ist viel auf den Beinen, man sitzt nicht soviel rum.

00:39:44: Man guckt nicht die ganze Zeit auf dieses Gerät.

00:39:47: Man hat mit vielen Menschen zu tun.

00:39:49: das finde ich auch sehr spannend.

00:39:51: Du musst ja in dem also ein Team von uns besteht Minimum aus einen zwei drei vier fünf Leuten wenn es ein kleines team ist Und irgendwie acht bis zehn wenn wirklich viele menschenbeteiligt sind Mit denen du auf ganz engen Raum stehst.

00:40:04: als sterila Als Sterelesalassistent ist mein Arbeitsradius ungefähr ein Quadratmeter, wenn ich Glück hab zwei.

00:40:13: Und auf vier Quadratmetern nicht mal oder drei Quadratmittern stehe ich im schlimmsten Fall mit vier anderen Menschen und du musst lernen, mit den Charakteren klarzukommen.

00:40:23: wie gehst du mit Kulerekern um?

00:40:24: Wie gehst Du mit ganz ängstlichen Menschen um?

00:40:27: Wann kannst Du die leiten?

00:40:28: Wenn kannst Du Spaß bringen?

00:40:31: Es ist besser mal die Klappe zu halten.

00:40:33: Also du lernst ganz viel menschlich.

00:40:36: Du hörst viele, viele Geschichten weil du mit vielen unterschiedlichen Menschen zu tun hast sowohl vom Personal als auch von den Patienten was die dir erzählen wie sie umgehen.

00:40:45: Also ich finde für die menschliche Entwicklung oder also für meine persönliche menschlich Entwicklung gibt dieser Job ganz viel.

00:40:54: Du tust etwas Gutes.

00:40:55: Du hilfst Leuten die ein Problem haben egal wie groß das Problem ist.

00:40:58: Du hilft denen wenn die Hilfe brauchen egal welche Uhrzeit es ist.

00:41:02: Die sind oft sehr dankbar hinterher gerade wenn's nachts ist dass ihn sofort geholfen wurde und nicht irgendwie erst drei Tage später.

00:41:11: Die sind dankbar, da jemand steht.

00:41:14: Das ist egal wie du aussiehst.

00:41:16: also ich bin tätowiert und ich habe damals von meiner Chefin für diese Tattoos den Spruch bekommen.

00:41:22: beim nächsten fliegst du raus wenn ich noch Einsichtbares mich tätowieren lasse.

00:41:25: Ich hab so viele schöne Gespräche mit Patienten geführt die mich auf meine Tätowierung angesprochen haben Und ich habe nicht ein einzigen negativen Kommentar von irgendeinem Patienten bekommen sondern nur vom Personal.

00:41:36: Und ich habe richtig, richtig viel gelernt in diesem Job über Menschen.

00:41:41: Über Menschlichkeit, über Hilfe und was auch super ist jetzt so zwanzig Jahre später also mein Job ist noch nicht von KI bedroht.

00:41:48: es gibt keine Roboter die mich ersetzen werden sondern ich weiß die nächsten jahre.

00:41:52: Ich kriege immer ein job und hoch studierte Akademiker haben Angst dass sie keinen Job mehr haben kein Geld mir verdienen und darüber muss ich mir keine Gedanken machen.

00:42:01: Ja du hast ja zwischenzeitlich auch mal einen kleinen Ausflug gemacht.

00:42:05: Ich war

00:42:07: kurz mal ein halbes Jahr im Vertrieb und das war überhaupt nicht meine Welt.

00:42:12: Und auch demnächst steht für mich ja eine neue Aufgabe an, ich werde demnest OP-Leitung und dann auch das Nachtleben im OP verlassen... ...und mich eher an den Schreitischätzen vor dem PC sitzen aber immer noch mit Bezug zum OP und freue mich auf diese neue Aufgabe.

00:42:28: Was waren für dich so die Motivationen also quasi einen Vertrieb zu gehen?

00:42:33: Wolltest du einfach mal was anderes ausprobieren oder...?

00:42:36: Ja, ich hab in meinem Job ja auch ganz viel mit Außendienstmitarbeiter zu tun.

00:42:43: Weil in der Orthopädie Unfallchirurgie gibt es ganz viele Systeme wie man jetzt Platten schrauben und andere Implantate in so einen Menschen reinbekommt Und da gibts natürlich ganz viele Firmen die irgendwie alles gleiche anbieten aber auf unterschiedlicher Art und Weise.

00:42:56: Ich fand das interessant einfach mal zu sehen wie das so ist So ein Mix aus...ich bin irgendwie mein eigener Chef Aber trotzdem angestellt mit den Vorteilen Das Angestellten Verhältnis, aber auch mit den Vorteilen der Selbstständigkeit.

00:43:09: Ich kriege einen schönen Dienstwagen vor die Tür gestellt... ich muss nicht mehr nachts arbeiten!

00:43:13: Ich muss nicht so viel am Wochenende arbeiten und ich habe die Möglichkeit, umso besser ich arbeite, desto mehr verdiene ich.

00:43:19: Beim OP gibt es nur die Arbeit umso mehr und besser du arbeitest, destо mehr und bessere arbeiteste.

00:43:24: Aber du kriegst das gleiche Gehaltfieder, der nicht soviel arbeitet oder nicht so gut ist.

00:43:28: Und deswegen war das für mich einfach zu dem Zeitpunkt ein interessanter Aspekt, den ich einmal ausprobieren wollte.

00:43:34: Ich habe dann aber ganz schnell fest gelernt, dass in der Medizinbranche auch das Spielchen ein bisschen anders ist und es ganz oberflächlich ist.

00:43:41: Und da fehlt mir wieder diesmenschliche und jeden Tag acht Stunden im Auto sitzen weil jetzt auch nicht so mein Traum aufwendig gerne Autofahr und hab ich relativ schnell erkannt, dass das nicht meine Welt ist.

00:43:54: Aber ich find's ja auch spannend!

00:43:55: Also dann geht man vielleicht noch mal ein bisschen an das zurück und denkt sich nee, das ist einfach was ich machen möchte weil man was anderes ausprobiert hat.

00:44:04: Es gibt ja auch Menschen, böswillige Unterstellungen die beschweren sich ihr Leben lang über ihren Job würden aber auch nie sich trauen quasi etwas Anderes auszuprobieren und wissen gar nicht so richtig wo sie hin wollen.

00:44:16: Genau solche Kollegen habe ich auch.

00:44:18: und das ist schon Augenblick her dass ich gekündigt habe und jetzt sozusagen noch meine letzten Wochen in der Klinik absitze.

00:44:26: Und auch da wird mir halt gesagt Ja und du schaffst das nicht und dann kommst Du sowieso wieder und sowas.

00:44:31: dann sag ich ja selbst wenn dann ist das so, aber ich traue mich das jetzt auszuprobieren und natürlich habe ich eine Vorstellung von der Aufgabe die ich jetzt mache.

00:44:39: Und ich mach das ja nicht weil ich sage Ich verdiene damit jetzt mehr Geld oder ich möchte nicht mehr nachts arbeiten.

00:44:45: Das sind Bei-Werke die diese Position halt mit sich bringt.

00:44:53: Ich wollte schon immer OP Leitung werden die Idee habe, dass ich dann an der Position bin wo ich was ändern kann.

00:44:59: Und natürlich nicht in der ganzen Klinik und nicht deutschlandweit und ich werde jetzt nicht das Gesundheitswesen revolutionieren mit meiner Aufgabe.

00:45:05: aber vielleicht für die dreizig-vierzig Leute, die ich unter mir hab und vielleicht schaff' ich es zu sagen?

00:45:10: Guck mal!

00:45:11: Ich habe hier etwas geändert.

00:45:12: meine Mitarbeiter sagen Jetzt ist es hier besser.

00:45:15: Jetzt arbeite ich hier gerne oder jetzt arbeite noch gerne hier.

00:45:20: Ich weiß ja nicht wie das... Was sie im Moment sagen.

00:45:21: Ich bin da noch nicht da Aber das ist so meine Aufgabe.

00:45:25: und wenn ich sehe, dass es nicht klappt.

00:45:27: Und dass sich da einfach auch nur eine Marionette von anderen Menschen bin.

00:45:30: Die wollen, dass ich da Druck ausübe und den Laden irgendwie am Laufen halte... ...und das menschliche alles irgendwie verloren geht.

00:45:36: Dann sage ich gut!

00:45:37: Ich hab's ausprobiert.

00:45:39: Guck mal was kommt und ob ich dann zurück gehe oder was ganz anderes macht.

00:45:42: Das steht ja noch an den Sternen.

00:45:43: aber erstmal traue ich mich diesen Schritt zu gehen.. ..und ich finde das nicht schlimm zu sagen.

00:45:47: Ich habe es probiert und es hat nicht geklappt.

00:45:50: Glimmer finde ich, am Ende des Lebens zu sagen auch hätte ich mal aber ich habe mich nicht getraut.

00:45:55: Ja also glaubt mir als ich das erste Mal gegründet hab haben alle gesagt oh du bist wahnsinnig.

00:46:01: Also ich habe ja schon mal einen Bankhauffrau gelernt.

00:46:03: ja Als ich da war hieß es hier Banditen, Banker, furchtbar.

00:46:10: Da bin ich zum Energieversorger.

00:46:11: dann weiß Oh Gott, Energieversorgern die machen immer die Strohpreise so hoch und blöd.

00:46:16: So oder bin ich in die Unternehmensberatung und weiß oh Gott Die Unternehmensberater sind die Allerschlimmsten.

00:46:22: Dann habe ich das erste Mal gegründet, dann so, ach Gott es willen!

00:46:25: Wenn das schief geht... Ja?

00:46:26: Dann werde ich wieder deine Kollegin.

00:46:28: Dann komm' ich einfach wieder zurück.

00:46:31: So.

00:46:31: Who

00:46:32: cares?!

00:46:33: Es ist ja quasi bei allen Dingen, die man macht davon scheitert man relativ oft aber das ist gar nicht negativ.

00:46:40: also ich muss mal Sachen ausprobieren um zu wissen ob sie klappen.

00:46:45: Ja, und auch das finde ich ist wieder so eine typisch deutsche Eigenschaft.

00:46:48: Es wird alles immer schlecht geredet und es wird der Scheit dann vorausgesetzt und selbst wenn es so ist in anderen Landen wirklich gesagt cool dass du's ausprobiert hast oder ja klar oder wir unterstützen dich.

00:46:58: also viele meiner Kollegen unterstützen mich auch.

00:47:00: das ist jetzt nicht jeder der auf mir rum hakt Das ist die Minderheit.

00:47:04: aber da denke ich mir Gönn is mir doch einfach Sagt doch einfach schön dass Du Dich traust und wenn nicht bist Du hier jederzeit wieder willkommen.

00:47:12: Oder sagt, ich gönnst dir nicht und ich find dich sowieso scheiße.

00:47:15: Dann ist es wenigstens ehrlich.

00:47:17: Ja!

00:47:19: Da stimmt.

00:47:19: Dann kann man auch was mit anfangen.

00:47:21: Diese

00:47:21: Unterschwellige von hinten rum, der schafft das ja sowieso nicht oder aber da kannst du eh nix ändern?

00:47:26: Ich kann aber auch einfach da weitersetzen und frustriert meine Jahre wegschieben und sagen Es ist alles doof, aber ich ändere trotzdem nichts.

00:47:33: Und das finde ich ist irgendwie auch keine coole Art und Weise weil das sorgt dann bei mir selbst die ganze Zeit für Frust und verbreitet natürlich auch schlechte Stimmung mit den Menschen mit denen ich arbeiten muss zu dem Zeitpunkt.

00:47:44: Und das ist der falsche Weg.

00:47:47: Ja, dass ja auch wieder Hard Call hast eine Entscheidung für dich getroffen finde ich super!

00:47:53: Ich wollte mich eben noch... Mein

00:47:54: Job ja auch keine Gedanken machen ne?

00:47:56: Also mein Job ist ja überall gefragt.

00:47:58: im schlimmsten Falle gehe ich halt zum nächsten.

00:48:00: Ja.

00:48:01: Ich wollt ihr habe eben ganz vergessen zu fragen aber ich hab es in deinem Podcast schon mal gehört Wenn so die spannendsten Stories noch ausm OP hattest du Ich fang noch mal von vorne an.

00:48:14: Also ich hatte dir im Vorgespräch gesagt, ich wurde selbst operiert und dann hat meine Cousine war dabei in der OP und hat danach gesagt, ihr hattet die danach alle weggeschickt ne?

00:48:27: Also ich hab da was über dich drüber gelegt und dann habe ich die alle weggeschickt.

00:48:31: Und ich so,

00:48:32: what?!

00:48:33: Wie meinst du, also wie weggeschickt?

00:48:35: Ja das ganz normal nach dem OP und dann guck natürlich immer erst mal so ne.

00:48:40: Wie sieht die aus?

00:48:40: oder der die das aus Und was hat die der die dass und so weiter?

00:48:44: und ich war total schockiert.

00:48:46: Ich habe gedacht das war so eine einmalige Aktion.

00:48:49: Ich dachte es gibt nur im Saarland und du so ja klar ja klar das machen wir

00:48:56: Das ist ja, dass dieses Jahr klar das machen wir.

00:48:59: Das darf man jetzt auch nicht aus dem Zusammenhang reißen, nicht?

00:49:00: Dass es nachher heißt.

00:49:02: Ja klartes Mal.

00:49:02: Wir gucken mal Frauen, Tittende und sowas an oder Pipi Männer Nein.

00:49:07: Aber das ist natürlich.

00:49:08: Also je nachdem was operiert wird bleibt es ja gar nicht aus.

00:49:11: also in der Gynäkologie Wird im Intimbereich operiert oder an den Brüsten Das geht nicht ohne zu gucken.

00:49:18: Ich kann da nicht blind meine Arbeit verrichten.

00:49:21: oder wenn am Bauch operiert wird, bestimmte Eingriffe.

00:49:24: Da ist natürlich auch der Patient mit so einer Netzhose.

00:49:27: das muss ein Stückchen runtergezogen werden und das OP-Hand muss nach oben auch über die Brust teilweise gezogen werden einfach weil das OP Gebiet es nicht anders hergibt.

00:49:36: Und dann sieht man natürlich den Intimbereich eines Menschen und es ist jetzt egal ob es einem einen Mann oder eine Frau ist.

00:49:43: Es bleibt einfach nicht aus in meinem Job Geschlechtsorgane zu sehen auf wenn man das nicht möchte.

00:49:48: und das ist ja auch nicht wieder diese ...erotische Fantasie von vielen Männern halt aus dem Porno.

00:49:54: Geiler, liegen jeden Tag nur junge Frauen und mit Mega-Mübsen oder durchtrainierte Männer um das Gegenbeispiel mal zu bringen... ...und man kann froh sein dass man in seinem so tollen Job hat wo man den ganzen Tag ästhetisch nackte Menschen sieht.

00:50:06: Das ist ja auch nicht der Fall.

00:50:07: Also ich möchte es ganz klar mal sagen also der durchschnittliche BMI und der Altersdurchschnitt Der ist jetzt nicht dem eines Pornos gleichzusetzen.

00:50:17: Auf

00:50:17: ein Porno an

00:50:18: aber!

00:50:19: Ihr kommt auf den Pono drauf an, aber es ist eher das Gegenteil.

00:50:22: Und manchmal würde ich mir auch wünschen, dass ich heute einen Job am Schreibtisch höre.

00:50:26: Ja!

00:50:26: So.

00:50:26: und natürlich kommt jetzt auch mal vor, dass man eine Frau hat die extrem gemachte Brüste oder so, wo du siehst, wo da richtig prallgroh steht... ...und dann aber auch da reißen wir nicht alle das T-Shirt und sagen, guck mal oder drücken da so drauf sondern...

00:50:42: Also du machst das doch als hättest du schon mal gemacht?

00:50:46: Ja, das ist ja immer dieses guck mal.

00:50:49: Ist das wirklich so hart und so?

00:50:51: Und ich hab auch schon Kollegen gehabt die haben das gemacht und ich nehme mich da jetzt nicht aus dass Da es schon Mal geguckt wurde aber auch Nicht So Ovi operieren Das Bein.

00:51:00: Aber Guck Dir immer diese Möpse an dann gucken wir alle zu den Möpsen.

00:51:02: Sondern Dann Hat Es Einfach Des OP Herr Gebieter Gegeben Und Dann Bleibt Es Nicht Aus Dass man Da hinguckt und Vielleicht Auch drei Sekunden Länger Hängen bleibt An Diesem Blick Als Man Eigentlich Vielleicht Sollte.

00:51:13: Aber ich finde, das ist menschlich und wie gesagt.

00:51:16: Das ist jetzt nicht jeden Tag dass wir uns alle freuen.

00:51:17: Juhu!

00:51:18: Heute wieder fünf weibliche Frauen oder die Frauen freuen sich ja heute nur männliche Patienten.

00:51:22: Ja... Das ist einfach...

00:51:25: Ich find's auch als Patientin sich was meinst?

00:51:28: Es ist menschenlich

00:51:30: und es kommt dazu.

00:51:30: Als Patientin ich weiß es meinte ich mit ihm so du stellst dir es ist eine OP.

00:51:33: Ist alles so furchtbar oder gehst da rein und hoffentlich wird das alles gut.

00:51:38: Aber wenn man natürlich da arbeitet, das ist ja so ein tägliches Brot und ihr denkt jetzt nicht darüber nach, dass es gerade eine schlimme Situation ist.

00:51:44: Sondern ja, ist okay!

00:51:47: Das bringen wir alle hinter uns und dann kommt die nächste Halter.

00:51:50: Die unterschiedlichen Sichtweisen.

00:51:52: Viele Patienten sind ja auch heutzutage einfach tätowiert weil viele Menschen tätowirt sind und ich bin auch großflächig tätowert.

00:52:00: Oft gucken wir uns dann oder ich auch gerne einfach die Tattoos denn an, wenn es großflächige Tattoo sind und besonders schöne.

00:52:07: Und wenn das dann halt irgendwie vom Bauch runterzieht zur Leiste oder sowas und das ist eh aufgedeckt, dann guckst du halt auch in die Leiste, obwohl das vielleicht jetzt... Also es wird nicht extra aufgedekt aber es ist eh der Bereich der mitzusehen ist und dann gukst du da hin und dann hast du den Schambereich gesehen weil es einfach eh da lag.

00:52:28: wäre da kein Tattoo gewesen, hätte ich mir nur den Bauch angeguckt.

00:52:31: Da nehme ich mich jetzt nicht aus aber ich finde das auch nicht schlimm.

00:52:34: Also ich würde es auch nicht stimmen finden wenn man mich jetzt begutachtet während ich in der Kose liege.

00:52:40: was halt überhaupt nicht geht ist jetzt irgendwie da vaginal oder am Penis anzufassen oder so etwas oder hochzuheben und also an den Brüsten rumzuspielen.

00:52:49: Das geht natürlich überhaupt nicht.

00:52:53: in meiner Anwesen halt auch noch nie vorgekommen, dass da einer sagt, guck mal, ob es ein Quiek oder da irgendwie am Dödel rumgespielt hat.

00:52:59: Also da würde ich dann auf was sagen und das möchte ich auch nicht, dass das jemals bei mir passiert wenn nicht.

00:53:04: Aber auch da, wenn's ... Wenns ein Mann ist und der wird urologisch operiert... Ich muss den Penis halt anfassen um da weiß ich nicht, am rohen irgendwie Desinfektionsmittel hinzuspüren.

00:53:13: Dann hatte ich halt an dem Tag einen Penis in der Hand.

00:53:15: Ja mein Gott!

00:53:16: Das is mein Job!

00:53:16: Das ist aber nix worüber, wofür ich mich schon drei Tage vorher getropft heute habe

00:53:20: Versteh ich.

00:53:21: Sondern es muss erledigt werden?

00:53:23: Ja, das wäre eher so ein bisschen so lustige Situation.

00:53:26: aber ich bin mir sicher du hattest wahrscheinlich auch schon eher beschissene Situationen im OP.

00:53:31: War da mal irgendwas wo du heute noch Tage später gedacht hast?

00:53:34: Oh weiß nicht ob ich das verputzt bekomme.

00:53:38: ja also dass ist... Ich bin da Gott sei Dank recht Stumpf was das angeht, also was die Emotion angeht.

00:53:46: Weil sonst könnte ich diesen Job glaube ich auch nicht machen und ich glaube bis zu einem gewissen Grad muss man das auch sein.

00:53:50: Sonst nimmst du dir zu viele Schicksale zu Herzen weil wir natürlich nicht nur Menschen mit wie sagen wir so Standard-Lösbaren Problemen wie der Leistenhänje eine geilen OP oder irgendwie einen Fußbruch helfen sondern auch Patienten die ohne unsere Rehe für tot wären.

00:54:07: Und ja vielleicht musst du hier auch so ne kleine Triggerwarnung einbauen für Menschen.

00:54:13: Das kriege ich auch oft gesagt, ich müsste mehr Trigger-Warnung einbauen.

00:54:16: Weil ich hab natürlich gesehen Neugeborene die das leider nicht geschafft haben Die wir auf dramatischer Art und Weise versucht haben zu retten Und die es nicht geschafft hatten und wo's der Mutter am Ende nicht gut geht.

00:54:27: Ich habe Ende letzten Jahres einen Leider war ich an dem Tag da Ein Femizidopfer auf dem Tisch gehabt was ganz übel war Wo ich mir denke ja dem tag könnte ich gern frei gehabt.

00:54:39: Und das sind so Sachen die begleiten eine oder eine junge Mutter mit Krebs, die dann sagt ja doof, warum ich?

00:54:47: Ich bin noch gerade Mutter geworden und du weißt wenn es jetzt scheiße ausgeht wächst da ein Kind alleine auf.

00:54:52: Und natürlich sind das so Fälle, die liminal gehen, also vom letzten Jahr bis schon viele Jahre her zurück diese Fälle aber ich habe die alle noch sehr klar vor Augen.

00:55:04: Ich könnte dir noch sehr detailgenau darüber erzählen.

00:55:09: Ich hab das mit den Kindern auch leider nicht nur einmal gesehen und auch da sage ich natürlich, ich mach meinen Job gerne.

00:55:15: Aber auf diese Momente könnte ich verzichten!

00:55:17: Ich finde das nicht cool.

00:55:18: kleine Kinder sterben zu sehen oder irgendwie Leute zu reanimieren während des Blut aus dem Bauch rausfließt ne?

00:55:25: Das ist halt nicht cool.

00:55:26: aber das gehört zu meinem Job mit dazu und das muss man irgendwie verarbeiten.

00:55:31: Und da habe ich mein Weg gefunden das zu verarbeiten und damit komme ich klar

00:55:36: Darf... kann man eigentlich eine Ausbildung auch nicht vorbereitet werden, also...

00:55:42: Nee.

00:55:43: Natürlich lernst du das theoretisch was passieren kann und du wirst so einen Reanimationskurs haben und du übst das an so einer Gummipuppe.

00:55:51: aber wenn ich mich noch am reanimationskurs in der Ausbildung erinnere da lagen halt diese Gummhipuppen die auch am Becken unten aufhören auf dem Boden.

00:55:59: Und dann bist du damit deinen drei Kollegen außer Ausbildung, mit denen du immer Späße machst und lachst dabei während du irgendwie zu einer Melodie die man dir da vorspielt den Rhythmus zum Reanimieren beibringt.

00:56:12: Wenn du aber das erste Mal so einen Menschen siehst der mit Tatütatar und Ramtamtam in OP gefahren kommt und irgendwie schon seit vielleicht zehn Minuten eigentlich tot ist Da ist er nix mehr mit des Becken abwärts fehlt, da hat er auf einmal ein reales Gesicht Der bewegt sich real Der ist eigentlich tot, ganz viele Menschen laufen drum herum.

00:56:32: Keiner spielt auf einmal mehr die lustige Musik ab zu der du reanimieren musst Sondern der Christel in so ein Tritt dahingestellt und sagt Du bist jetzt dran Und dann musst du deine paar Sekunden reanimier'n Ein zwei Minuten maximal.

00:56:43: und dann war das so anstrengend dass der nächste kommt und ganz viele menschen versuchen Am Kopf und sonst wo je nachdem was der für ein Problem hat diesen Menschen zu retten oder eröffnen im Bauchraum und des blutläuft heraus und Dann ist es auf einmal nicht mehr witzig.

00:56:54: und also da bereitet ich Also wie willst du dich auch darauf vorbereiten?

00:56:59: Dafür müsstest du einen Menschen aktiv in eine lebensbedrohliche Situation bringen, um zu sagen so jetzt üben wir den Ernstfall.

00:57:05: Ich helfe dir wenn es schief geht aber das kannst ja nicht machen.

00:57:07: Das ist ja ethisch nicht gut und das ist auch gut so dass das nicht so geübt wird.

00:57:12: Aber... ...das lernst du nur in der Realität.

00:57:15: und auch da wieder, das ist der Teil meines Shops, den ich nicht gerne mache, aber der muss gemacht werden.

00:57:21: Und ich finde das nicht cool und ich preihe mich damit, dass ich wieder Leben gerettet habe.

00:57:27: irgendwie dank mir, oder ich sei nicht mal dank mir.

00:57:31: Ich bin ja nicht mehr der Arzt die Ärzte machen wir am meisten davon aber dass ich Teil eines Teams war und ich laufe dann mit breiter Brust durch die Gegend sagen Puh Gott sei Dank wieder einen Kind mehr auf der Welt weil ich so geil bin.

00:57:41: Im Gegenteil das ist der Teil den ich kann ich gut darauf verzichten und den ich auch immer ganz schnell in meinem Kopf denn eigentlich versuche zu vergessen.

00:57:49: Kann man sich da dann irgendwie so im Team?

00:57:51: gegenseitig helfen.

00:57:52: Also ich meine, das ist jetzt wahrscheinlich kurz danach trifft man sich nicht im Pausensaal und alle packen hier Wurstbrot aus sondern es müssen ja dann alle irgendwie ein bisschen verputzen.

00:58:01: kann man sich da gegenseitsich helfen?

00:58:05: Ja natürlich.

00:58:06: also wenn so nach dieser Firmizid Geschichte zum Beispiel dass denn so jetzt der OP sein mal eine Stunde dicht alle setzen sich nochmal hin und sprechen darüber was lief gut was liefschief?

00:58:17: hatten wir überhaupt eine Stanz dieser Person zu helfen?

00:58:21: Wer braucht vielleicht noch psychologische Betreuung danach oder so?

00:58:25: Also das gibt es auch.

00:58:27: Ich hab diese psychologischen Betreuungen darauf nie in Anspruch genommen, auch nach dem ersten Mal nicht.

00:58:31: für mich war das okay.

00:58:34: Mein erster Todesfall war aber auch ein älterer Herr der sein Leben gelebt hat.

00:58:37: deswegen ... Vielleicht war das deswegen auf für mich okay.

00:58:39: Das wär bestimmt anders gewesen wenn's ein junger Mensch gewesen wäre und dann Verkehrsunfallopfer oder sonstiges.

00:58:47: Ja, aber ich höre das auch ganz oft, dass du damit allein gelassen wirst.

00:58:50: Ich hab dazu auflegt in neulichem Beitrag gepostet und da haben auch Leute drunter geschrieben Danke, dass Du danach mit der Person gesprochen hast.

00:58:57: mich hat man dann nach alleine gelassen.

00:58:59: Ich bin daran kaputt gegangen.

00:59:00: Ich steppe das noch Jahrzehnte mit mir rum weil man nicht mit mir geredet hat Und das ist natürlich auch einer dieser Gründe warum Menschen diesen Job verlassen wenn man sich hinterher sich nicht um sie gekümmert hat und einfach weiter arbeiten musste.

00:59:13: und das ist halt schade Weil wie gesagt, da sind wir bei dem Thema ist nicht die Wurstfabrik.

00:59:18: Wo die Schraube kurz locker waren, bringen man auf den Knopf und dann geht es weiter.

00:59:21: Sondern da hat ein Mensch ein Problem oder einen Teammitglied hat hinterher ein Problem weil ein anderer Mensch ein großes Problem hatte.

00:59:28: Und auch da ist jeder unterschiedlich.

00:59:30: der eine sagt ach komm ich kann weiter arbeiten und er sagt Ich würde jetzt gerne nach Hause gehen.

00:59:34: Ich muss das verarbeiten Darauf muss man Rücksicht nehmen.

00:59:39: Ja Ohne Prozent genau dass.

00:59:43: Also wie gesagt, ich kann ja immer nur wiederholen.

00:59:46: Ihr habt halt wirkliche Verantwortung und alles was wir so in der Wirtschaft machen ist echt irgendwie dann Pille-Palle im Gegensatz dazu.

00:59:56: Ja man lernt in meinem Job auch das wenn sich Leute aus anderen Bereichen Wirtschaft Einzelhandel oder Friseur also irgendwas was nicht mit diesem Job zu tun hat Wenn die sich über Sachen aufregen denke ich mir so ganz oft Also wenn du wüsstest, was richtiger Stress bedeutet.

01:00:15: Woher man sich wirklich aufregen könnte dann also mit dir würde ich jetzt gern tauschen.

01:00:21: Wenn ich bei einem Supermarkt die Kassiererinnen reden höre.

01:00:24: heute ist aber auch wieder stressig.

01:00:25: Ich sitze seit drei Stunden an der Kasse und heute sind so viele Kunden hier Und ich muss die ganze Zeit eine SB-Kasse immer in den Kunden erklären wie das geht.

01:00:31: Das ist total stressig.

01:00:33: Da denke ich mir ja stelle ich mal einen OP nach so einem Drei.

01:00:37: Also das ist Stress.

01:00:38: wir können auch gerne Tauschen nicht gerne Kasse.

01:00:42: Man lernt das Leben viel leichter zu nehmen oder sich über Vieles nicht aufzuregen, weil du weißt wie schnell es dich ändern kann.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.